„Auf eigene FAUST“ oder Kasper spielt Goethe im Figurentheater Osnabrück

Der ein oder andere hat bestimmt in seiner Schulzeit Goethes "Faust" gelesen bzw. auch lesen müssen. Aber wie es wirklich war mit dem Doktor und Magier, das weiß nur der Kasper der sächsischen Puppenspielerdynastie Richter.

"Gekürzt und wesentlich verbessert“ gab Heike Klockmeier vom Ambrella Figurentheater aus Hamburg die Geschichte im ausgebuchten Figurentheater Osnabrück exklusiv vor Kunden der Volksbank Osnabrück eG zum Besten.

Dabei überzeugte sie mit einer unglaublichen stimmlichen Wandlungsfähigkeit. Sie spielte und sprach alle Rollen selbst, angefangen vom Mephisto über Faust und Gretchen bis hin zum Kasper, dem sie einen sächsischen Akzent verpasste. Als Hexe mit Wuschelmähne und krummer Nase rührte sie selbst den effektvoll dampfenden Zaubertrank an, der Faust um 30 Jahre jünger machte.

Fast alles in dieser Aufführung war wie bei Goethe und doch ganz anders. Heike Klockmeier verstand es, den Kern der Geschichte unangetastet zu lassen und das Stück dennoch meistens lustig und weniger tragisch zu erzählen. Da wurden dann auch mal eben 58 Seiten aus Goethes Faust als "überflüssig" gestrichen.

Ein unterhaltsamer Abend, den die Volksbank-Kunden mit großem Applaus honorierten.