Nachhaltigkeit in Geldanlage und Unternehmensführung

Kundenveranstaltung am 2. November 2017 im Parkhotel Osnabrück

Warum bewegen uns Emotionen beim Thema Geldanlage zu Fehlentscheidungen und warum sollten Kunden bei ihrer Anlageentscheidung zukünftig auch Nachhaltigkeitsgesichtspunkte berücksichtigen? Mit diesen Fragestellungen beschäftigte sich die Kundenveranstaltung, zu der die Volksbank Osnabrück eG am 2. November 2017 rund 100 Kunden ins Parkhotel Osnabrück einlud.

Dimitrios Kostopoulos, Dipl. Mathematiker und Doktorand am Institut für Geld und Internationale Finanzwirtschaft der Leibniz Universität Hannover, erklärte den anwesenden Gästen, dass sich Anleger bei Entscheidungen häufig von Ihrer Intuition leiten lassen würden. Gerade Unsicherheiten (Stichwort Finanzkrise) beeinflussen das Handelsverhalten. Aber auch die vorhandene Zeit, die Gefühlslage und sogar das Wetter spielen eine Rolle. So würden zum Beispiel private Investoren bei schlechtem Wetter mehr handeln als bei gutem. Anhand des Dax-Rendite-Dreiecks des Deutschen Aktieninstituts zeigte Kostopoulos auf, dass in den meisten Phasen der Vergangenheit Investitionen in den Aktienmarkt gewinnbringend waren. Über eine Zeitspanne von 15 Jahren wären Anleger immer in der Gewinnzone gewesen. Impulsives Verhalten sei dagegen kostspielig und führe zu Renditeverlust. Hinzu komme, dass Anleger oftmals ihre Informationsqualität überschätzen und Risiken ausblenden. Beschäftigte im Technologiesektor würden z. B. überdurchschnittlich in Technologiewerte investieren. Dies führe zu sogenannten "Klumpenrisiken".

Ingo Speich, Fondsmanager und Leiter Nachhaltigkeit und Engagement bei Union Investment, ging im zweiten Vortrag des Abends auf das Thema Nachhaltigkeit in der Geldanlage ein. Nachhaltigkeit sei neben Rendite, Liquidität und Risiko die vierte Dimension der Kapitalanlage. Darunter fasse man heute nicht mehr ausschließlich ökologische Aspekte. Immer mehr Menschen sei auch ethisches und soziales Verhalten wichtig. Und der Trend nehme zu.
Beispielsweise sollten sich die Anleger auch der wirtschaftlichen Konsequenzen bewusst sein: Unternehmen, die sich nicht auf die wirtschaftlichen Auswirkungen der aufkommenden Probleme vorbereiten, werden langfristig nicht bestehen können, so Speich.

Er erklärte, wie die Fondsmanager die besten nachhaltigen Unternehmen für die Fonds auswählen. „Zunächst sind Ausschlusskriterien die wichtigste Hürde. Anteile von Unternehmen, die etwa Kinderarbeit zulassen, Menschenrechte verletzten oder Streubomben produzieren, kaufen wir grundsätzlich nicht. Dann prüfen wir, ob die Unternehmen gewisse Umwelt- und Sozialstandards einhalten und ob eine verantwortungsvolle Unternehmensführung vorhanden ist. Interessant sind zum Beispiel Firmen mit einem nachhaltigen Kerngeschäft, wie etwa erneuerbare Energie, Energieeffizienz oder Elektromobilität. Oder solche, die nachhaltiges Wirtschaften in ihre Unternehmensstruktur integriert haben. Wir achten auch auf gesellschaftliches Engagement, den Umgang mit den Mitarbeitern und die Unternehmensführung", so Speich weiter.

Für Anleger lohnt sich eine Investition in nachhaltige Geldanlagen nicht nur unter ökologischen und ehtischen Gesichtspunkten. Wenn Unternehmen nachhaltig arbeiten und deshalb keine Klagen wegen Umweltverschmutzung oder schlechter Führung zu befürchten haben, sind ihre Aktien im Schnitt weniger schwankungsanfällig, so Speich.

Am Ende der Veranstaltung standen Ingo Speich und unsere Berater für individuelle Fragen zur Verfügung.

Dimitrios Kostopoulos
Vorstandsmitglied Beate Jakobs und Fondsmanager Ingo Speich